Unsere Philosophie

“Lehre es mich, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde mich erinnern. Beteilige mich, und ich werde es begreifen.”

So lautet ein altes Sprichwort, dass dem chinesischen Denker Laotze ( 6.Jh.v.Chr. ) zugeschrieben wird.

Dieses alte Sprichwort ist die Erkenntnis, dass sich der Mensch Wissen durch eigene Aktivität am besten aneignen kann. Schon damals wurde die Bedeutung der wirklichkeitsnahen Lehre erkannt. Ein Mensch kann Dinge, mit denen er selbst ” nichts zu tun” hat, nicht so gut verstehen, wie Vorgänge, die er sich mit allen seinen Sinnen selbst erschließt. Obwohl die Bildung auf allen Ebenen eine rasante Entwicklung erfahren hat, gibt es nur wenige Einrichtungen, die den aktiven Gedanken wirklich beherzigen.
Der Verein KIWEBU hat es sich zur Aufgabe gemacht eine Erlebenspädagogik in und mit der Natur anzubieten, in der Kinder und Jugendliche reiche Erfahrungen mit ihren Sinnen machen können. Diese Sinneserfahrungen sind außerordentlich wichtig für eine gesunde Entwicklung. Sind diese Voraussetzungen in der Kindheit nicht gegeben, z.B. durch überbetonten Fernsehkonsum und keine Beschränkungen auf den Umgang mit elektronischem Spielzeug, kommt es zur Minderung einzelner Fähigkeiten oder sogar zu Defiziten in der Gesamtentwicklung.

IMG_2046        IMG_2122

In einer sich ständig ändernden Arbeitswelt werden Fähigkeiten von den jungen Menschen gefordert,die sie nur durch das Schulen der Sinne erlernen. Der Mensch setzt sich mit Hilfe seiner Sinne in Beziehung zur Welt, indem er sich z.B. wohl fühlt oder unwohl, indem er sich bewegt, sich ins Gleichgewicht bringt. über das Riechen, Sehen und Schmecken erfährt der Mensch etwas über Eigenschaften und Beschaffenheit bestimmter Stoffe. Er stellt fest, ob etwas unangenehm oder angenehm riecht, ob etwas süß oder bitter schmeckt,welche Farben, Formen oder Größen zu den Dingen gehören, ertastet Weiches, Hartes, Rauhes oder Glattes. Auf diese Weise lernt er zu unterscheiden, zu benennen und zu beurteilen.

Hier möchte der Verein KIWEBU mit seiner Erlebenspädagogik dazu beitragen, die Sinne zu pflegen und positiv zu fördern um damit zu einer ganzheitlichen Entwicklung junger Menschen und Menschen mit Handicaps beizutragen. Der Verein verfolgt das Ziel der Förderung und Vermittlung traditioneller “Handwerks- und Kulturtechniken” und die damit verbundene Förderung der Sinne und des ganzheitlichen Erlebens. So werden, neben der individuellen Auseinandersetzung zwischen den Besonderheiten verschiedener Materialien und den eigenen Fähigkeiten, auch die natürlichen Rhythmen im Jahreslauf erlebt.

IMGP314512

Nachhaltige Entwicklung

Die Entwicklungsströme unserer Kultur sind gekennzeichnet durch teilweise massive Entfremdungserscheinungen und deren negative Auswirkungen. Sich selbst als handelnd und in seinem Handeln als wirkungsvoll zu erleben, gehört zu den wesentlichen Erfahrungen der menschlichen Entwicklung. Durch den Wechsel aus Wahrnehmen und Tätigsein kann die Wirkung des eigenen Handelns erfahrbar werden. Wenn z.B. aus Holz. Lehm und Stroh ein Gebäude entsteht, dann kann das Ergebnis der eigenen Initiativkraft unmittelbar erlebt werden “Ich bringe etwas in die Welt”. Beim Bau eines Stuhls aus Wildholz wird Kraft der eigenen Gestaltung etwas Schönes (Kunstobjekt) oder Nützliches (Gebrauchsgegenstand) angelegt “Ich gestalte die Welt”. Bei dem Pflegen der Kulturen oder Tiere heißt es, sich um die Pflanzen und Tiere als bedürftige Schützlinge zu kümmern, sie im Bewusstsein zu haben “Ich bin da für die Welt”. Schließlich folgt auf die Arbeit immer das Ergebnis wie z.B. die Ernte von Gemüse oder das Pflücken von Blumen als Gabe an den Menschen, als Antwort auf seine Bemühungen. “Meine Arbeit trägt Früchte.”

kiwebu website 019                DSC03528

Konkret werden Tätigkeiten aus der Landwirtschaft, dem Gartenbau, der Kleintierhaltung und dem Handwerk in pädagogisch geeigneter Form sowie in angepasster Gruppengröße angeboten.

18

Ein weiteres Ziel des Vereins ist es, einen geschützten pädagogischen Raum für Menschen mit erhöhtem Förderbedarf zu schaffen. Durch den Freiraum und die vielfältigen Tätigkeitsfelder, die im Handwerk und Garten gegeben sind, besteht die Möglichkeit einer individuell ausgerichteten Aufgabenstellung. So findet die Förderung spezieller Fertigkeiten bzw. Handlungsabläufe ohne ausgewiesene therapeutische Situation statt. Durch angeleitetes üben und Teilnahme am Arbeitsprozess werden die Basalfunktionen (z.B. durch Schulung der Sinne, des Gleichgewichtes und der Hand-Auge-Koordination) unterstützt und im Rahmen einer sinnschaffenden Tätigkeit verbessert.

Für die Zukunft sehen wir noch weitere erlebenspädagogische Wirkfelder wie zum Beispiel die Tierhaltung.